Studium


Studium

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Stu|di|um ['ʃtu:di̯ʊm], das; -s, Studien ['ʃtu:di̯ən]:
1. <ohne Plural> das Studieren; Ausbildung in einem Fach, einer Wissenschaft an einer Hochschule:
ein langes Studium; das medizinische Studium; das Studium der Theologie; dieses Studium dauert mindestens acht Semester; das Studium [an einer Universität] aufnehmen, [mit dem Staatsexamen] abschließen; sein Studium abbrechen, beenden; er hat sein Studium erfolgreich absolviert; sie ist noch im Studium, geht nach dem Studium ein Jahr ins Ausland; mit dem Studium beginnen.
Zus.: Germanistikstudium, Geschichtsstudium, Hochschulstudium, Jurastudium, Mathematikstudium, Medizinstudium, Theologiestudium, Universitätsstudium.
2.
a) eingehende [wissenschaftliche] Beschäftigung mit etwas:
umfangreiche Studien; gründliche Studien der historischen Quellen; Studien [über etwas] treiben, anstellen; sich dem Studium antiker Münzen widmen.
Zus.: Quellenstudium.
b) <ohne Plural> kritische Prüfung [eines Textes], kritisches Durchlesen:
er ist beim Studium der Akten; (ugs.) ins Studium der Zeitung vertieft sein.
Zus.: Aktenstudium.

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Stu|di|um 〈n.; -s, -di|en〉
1. zur Ausbildung dienende Beschäftigung mit bestimmten (wissenschaftl.) Gebieten an einer Hochschule (Universitäts\Studium, Medizin\Studium, Musik\Studium)
2. Aufnahme von Fakten od. vorgegebenem Wissen u. deren geistige Verarbeitung, wissenschaftl. Betrachtung, Untersuchung, Erforschung von Sachverhalten
● das \Studium der Literaturwissenschaft; das \Studium der italienischen Sprache; ein \Studium abschließen, beenden, beginnen, unterbrechen; während meines \Studiums in Bielefeld [<lat. studium „Eifer, Streben“]

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Stu|di|um , das; -s, …ien [spätmhd. studium < (m)lat. studium = eifriges Streben, wissenschaftliche Betätigung]:
1. <o. Pl.> das Studieren (1); akademische Ausbildung an einer Hochschule:
das medizinische S.;
das S. der Theologie;
dieses S. dauert mindestens sechs Semester;
das S. [an einer Universität] aufnehmen, [mit dem Staatsexamen] abschließen;
sein S. abbrechen, beenden;
er hat sein S. erfolgreich absolviert.
2.
a) eingehende [wissenschaftliche] Beschäftigung mit etw.:
das S. an der Leiche;
sich dem S. (der Erforschung) antiker Münzen widmen;
umfangreiche Studien treiben;
dabei kann man so seine Studien machen (aufschlussreiche Beobachtungen anstellen);
b) <o. Pl.> kritische Prüfung [eines Textes], kritisches Durchlesen:
beim S. der Akten;
(ugs.:) ins S. der Zeitung vertieft sein;
c) <o. Pl.> Einstudierung (1):
das S. einer Rolle.

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Studium
 
[(m)lateinisch »wissenschaftliche Betätigung«, »eifriges Streben«] das, -s/...di |en, 1) allgemein die lernende und forschende Beschäftigung mit wissenschaftlichen und künstlerischen Inhalten; 2) als Hochschulstudium der Besuch einer Hochschule zum Zweck der wissenschaftlichen Ausbildung. Das Hochschulrahmengesetze definiert Studium als Vorbereitung auf ein berufliches Tätigkeitsfeld mit dem Ziel, den Studenten Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden so zu vermitteln, dass sie zu wissenschaftlicher Arbeit, wissenschaftlichem kritischem Denken und verantwortlichem Handeln befähigt werden. Das Studium wird geregelt durch die Studienordnung (direkt) und die Prüfungsordnung (indirekt). Deutsche akademische Abschlüsse sind der Magister Artium (Magister) und der Diplomgrad (Diplom) sowie der einen dieser beiden Abschlüsse voraussetzende Doktorgrad (Doktor, Grade). Eine Reihe von Studiengängen wird mit der Staatsprüfung abgeschlossen.
 
Die Universität des 18./19. Jahrhunderts bildete vorwiegend Juristen, Mediziner, Theologen und Gymnasiallehrer aus; gleichzeitig wurde das Studium jedoch als Gelehrtenbildung, d. h. als Einführung in die Wissenschaft und ihre Methoden mit dem Ziel der Vermittlung einer universalen Bildung verstanden (W. von Humboldt). Dem steht heute die mit der Verwissenschaftlichung der Berufspraxis wachsende Anforderung der Vermittlung spezieller Kompetenzen für festgelegte Berufsfunktionen gegenüber. Durch den europäischen Binnenmarkt werden die internationalen Kontakte von Hochschulen und die Auslandserfahrungen von Hochschullehrern und Studierenden zunehmend wichtiger. So wurden gemeinsame, integrierte Studiengänge mit ausländischen Hochschulen eingerichtet, bei denen meist auch Studienleistungen und Aufenthalte an der jeweiligen Partnerhochschule anerkannt werden. Bei voll integrierten Studiengängen werden auch die Abschlüsse gegenseitig anerkannt beziehungsweise doppelt vergeben. Auch die Freizügigkeit von Arbeitnehmern und Selbstständigen innerhalb der EU stellt hinsichtlich der zu vermittelnden Qualifikationen und der Abschlüsse neue Anforderungen an Inhalt und Struktur eines auf den europäischen Arbeitsmarkt zielenden Studiums; daneben wird die Einrichtung von Studiengängen, die auf neue internationale Berufsfelder ausgerichtet sind, an Bedeutung gewinnen. (Hochschulen, Student, Studentenschaft)
 
 
H.-W. Prahl u. I. Schmidt-Harzbach: Die Univ. Eine Kultur- u. Sozialgesch. (1981);
 
S. - nur noch Nebensache?, hg. v. L. Huber u. a. (1989);
 D. Goldschmidt: Die gesellschaftl. Herausforderung der Univ. (1991).

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Stu|di|um, das; -s, ...ien [spätmhd. studium < (m)lat. studium = eifriges Streben, wissenschaftliche Betätigung]: 1. <o. Pl.> das Studieren (1); akademische Ausbildung an einer Hochschule: ein langes S.; das medizinische S.; das S. der Theologie; dieses S. dauert mindestens acht Semester; das S. [an einer Universität] aufnehmen, [mit dem Staatsexamen] abschließen; sein S. abbrechen, beenden; er hat sein S. erfolgreich absolviert; „Aber du willst ja das S. aufgeben“, sagte er ... Von einem Studenten erwartet man schließlich nur, dass er sein S. zu Ende bringt (Nossack, Begegnung 106); Er ... warf sich mit „neu geordneter Gedankenkraft“ auf das S. der Chemie (Strittmatter, Wundertäter 304); sie ist noch im S., geht nach dem S. ein Jahr ins Ausland; mit dem S. beginnen; sich um eine Zulassung zum S. bewerben. 2. a) eingehende [wissenschaftliche] Beschäftigung mit etw.: umfangreiche Studien; Das S. an der Leiche bleibt in Sonderheit für die Anatomie nach wie vor entscheidend (Medizin II, 17); Leonardo, der ... in der Anatomie und Bibliothek praktische und gelehrte Studien trieb (Goldschmit, Genius 103); Ulrich ... gab ihr dadurch ... von neuem Gelegenheit, vergleichende Studien (Beobachtungen) über Schweigen anzustellen (Musil, Mann 815); sich dem S. (der Erforschung) antiker Münzen widmen; dabei kann man so seine Studien machen (aufschlussreiche Beobachtungen anstellen); b) <o. Pl.> kritische Prüfung [eines Textes], kritisches Durchlesen: Allerdings verlangt die Buchmalerei wie keine andere Gattung das S. der Originale (Bild. Kunst III, 64); beim S. der Akten; (ugs.:) ins S. der Zeitung vertieft sein; c) <o. Pl.> Einstudierung (1): für das S. dieser Rolle braucht man einige Zeit.

Universal-Lexikon. 2012.

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